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Hirschkäfer

Der Hirschkäfer ist mit einer Länge von bis zu acht Zentimeter der größte heimische Käfer und eine sehr beeindruckende Erscheinung. Die Larve des Hirschkäfers lebt in verrottendem Eichenholz, vorzugsweise im Wurzelstock, da hier ausreichend Feuchtigkeit für die Pilze, auf die die Larve angewiesen ist, vorhanden ist. Die Larve erreicht eine Länge von bis zu 10 cm. Nach einer 4 bis 8 Jahre langen Larvenzeit im Holz von Eichen und anderen Laubbäumen fliegen die Hirschkäfer zwischen Mai und Juli. Bayernweit gibt es nur noch sehr wenige Vorkommen der Art. Wichtigster Lebensraum sind Standorte mit alten Eichen. Die Hirschkäfer sind am leichtesten in den Abend- und Nachtstunden zu entdecken. Meist fliegen die Tiere am Waldrand, auf Waldlichtungen, Kahlschlägen oder in Streuobstwiesen in Waldnähe. Die Tiere sind selten und geschützt, deshalb bitte die Käfer in Ruhe lassen und den Fundort an den Landschaftspflegeverband melden.

Zu erkennen ist das Männchen eindeutig an der beeindruckenden Größe und dem großen Geweih. Das Weibchen ist mit 3 bis 4 cm Länge deutlich kleiner, aber an den braunen Flügeldecken eindeutig von anderen großen Käferarten zu unterscheiden.

Hirschkäfer – im Landkreis Regensburg gibt es sie noch!

Historische Nachweise gibt es an den Donauhängen bei Donaustauf mehrere. Deshalb wurden die Eichenwälder auch als FFH-Gebiet ausgewiesen. Das sind spezielle, nach europäischer Richtlinie geschützte Lebensräume, die europaweit bedeutende Tier und Pflanzenarten beherbergen.

Wie sich aber die Situation derzeit wirklich darstellt war weitgehend unbekannt. Im Rahmen eines Glücksspirale-Kleinprojekts wurde die aktuelle Verbreitung des Käfers ermittelt. Und es gibt Erfreuliches zu berichten. Neben den vermuteten Vorkommen bei Donaustauf gibt es sogar einen zweiten Verbreitungsschwerpunkt bei Etterzhausen.

Der Hirschkäfer – ein UrEinwohner in Bayern

Der Hirschkäfer ist vom Aussterben bedroht, vor allem weil es ihm an Totholz unter der Erde mangelt. Eichenkunstwerke, die teils im Boden eingelassen sind, sollen attraktive Abhilfe schaffen.

Als „UrEinwohner“ werden vor allem solche Arten ausgewählt, die stark bedroht sind oder die regionaltypisch sind. Die Landschaftspflegeverbände initiieren einjährige Projekte rund um eine UrEinwohner-Art in Gemeinden und mit vielen Partnern, wie Schulen, Vereinen und Künstlern.

„Bayerns UrEinwohner“ ist eine Kampagne der bayerischen Landschaftspflegeverbände unterstützt vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit.

Mehr Infos → „Bayerns UrEinwohner“

Haben Sie einen Hirschkäfer gesehen?

Wenn Sie eine Hirschkäfer entdeckt haben, melden Sie diese doch bitte an Gebietsbetreuer HARTMUT SCHMID. Geben Sie möglichst genau den Fundort, die Anzahl der Käfer und die Zeit des Fundes an.

→ hier geht es zum Kontaktformular

Eichenkunst im Hirschkäferwald

Eichenkunstwerke bieten nun neuen Lebensraum für die Hirschkäferlarven im Landkreis Regensburg. Die Weibchen legen ihre Eier an unterirdisches, abgestorbenes Eichenholz von mindestens 40 cm Durchmesser. Dort entwickeln sich dann über 6 bis 8 Jahre die Larven, bevor der Käfer schlüpft und nur einen Sommer Zeit hat, einen Partner und dann einen geeigneten Eiablageplatz zu finden.

In den Gemeinden Tegernheim, Donaustauf, Bach, Wiesent und Wörth a.d. Donau wurden Eichenkunstwerke errichtet. Zusammen mit Kindern aus der Umgebung arbeiteten Künstler drei Tage an den Hirschkäferskulpturen. In Tegernheim waren Inken Töpfer und Stefan Puppich tätig. In Donaustauf gestaltete Barbara Figge mit Kindern aus einem Baumstamm eine ganze Hirschkäferfamilie und Leo Schötz mit einer Schülerin seines Leistungskurses einen Käfer aus Ästen. Das liegende Insekt in Bach wurde unter der Leitung von Hans-Georg Nägelsbach erstellt. Heidi Weigl kreierte in Wiesent und Helmut Ohlschmid in Wörth einen Hirschkäfer mit ausgebreiteten Flügeln.

Hirschkäfermeile

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